Interview – Fredi Liebgott

Mein Züchterkollege Fredi Liebgott hat verschiedene Züchter interviewt. Hier das sehr interessante und lesenswerte Resultat:

(Quelle: www.kunstflugtauben-baden.de, mit freundlicher Genehmigung)

1. Seit wann fliegen/züchten sie Kelebek?

Franco Visonà: seit 1986

Th.+P. Schmitz: etwa 7 – 8 Jahre

Ersin Zenginer: seit 1988

Veit Träger: seit 2005, mit einjähriger Unterbrechung

Rudolf Weiss: seit ca. 2000

Salih Eser: seit 6 Jahren

MatthiasTost: Ich habe die Kelebek jetzt im zweiten Jahr

Hermann Wolf: seit 2000

Hans Ganz: seit 2002

Jens Nielsen: seit 2002

Oliver Moser: seit 2007

Fredi Liebgott: fliegen 2 Jahre, züchten ein Jahr


2.Was begeistert sie an Kelebek?

Franco Visonà: die Flugvielfalt, das zutrauliche Wesen und die herrlichen Farben

TH.+P. Schmitz: den vielfältigen/ einzigartigen Flugstil

Ersin Zenginer: weil es liebe und nicht scheue Tauben sind, außerdem gefällt mir die Bestrümpfung.

Veit Träger: die Vielfalt im Flug und dass jede Taube anders spielt

Rudolf Weiss: die Vitalität, die Akrobatik, die Leistungsbereitschaft

Salih Eser: mir gefällt der Flugstil, die Farben, die Tauben vertrauen mir sehr, und wenn ich möchte, dann kommen sie direkt runter. (Arbeiter-Tauben)

Matthias Tost: begeistern tut mich der Variantenreichtum im Flug und das wilde Durcheinander und ihre Stürze, die sie zwischendurch vollziehen.

Hermann Wolf: die Vielfalt der Flugfiguren, dieses Chaos am Himmel finde ich einfach genial. Kelebek müssen schnell fliegen, nur dann sieht
man das wilde durcheinander und die schnellen Drehungen, die ich so genieße. Leider zu selten. Wen mir einer sagt seine Kelebek fliegen eine Stunde oder mehr, da brauch ich nicht hin fahren, das ist für mich kein Kelebek. ich denke 15 Minuten ist genug, aber dann mit Schmackes!

Hans Ganz: mich begeistert die Vielseitigkeit und Vertrautheit.

Jens Nielsen: ursprünglich nur als Zweitrasse neben meinen OR gedacht, sind sie mir heute aus meinem Schlag nicht mehr wegzudenken.

Ich finde ihre, doch schlichte Schönheit, das zahme Wesen, und eben ihren rasanten Flugstil einfach großartig. Auch die Zuchtfreude dieser Taube begeistert.

Oliver Moser: der Pulkflug und der variantenreiche Sturz

Fredi Liebgott: die Figurenvielfalt, das zutrauliche Wesen, und dass man sie mehrmals am Tag genießen kann. Vor allem kann man die Stichgröße variieren.


3.Wieviel  Kelebek  Farbe/ Rassen-Varianten kennen sie?

Franco Visonà: etwa 20

TH.+P. Schmitz: 12 unterschiedliche

Ersin Zenginer: Ich kenne alle, ich habe sie alle schon gesehen.

Veit Träger: viele, ich versuche einige zu nennen: Farbenköpfe, Akbas, Farbschwänze, Balıkesir, Telkuyruk, Bademli, Erdremit, Arap,

Rudolf Weiss: Varianten kenne ich nicht – nur Flugstile wie Axialdreher,

Sturzflieger und Schmetterlingflug etc.

Salih Eser: Ich kenne so bis 4-5 Varianten von Kelebeks

Matthias Tost: Akbas=Weißköpfe
Karabas=Schwarzkopf mit farbigem Schwanz
Mavibasch=Blaukopf mit farbigem Schwanz
Balıkesir=Bärtchen mit farbigem Schwanz
Arap=rein Schwarz
Karanfil=farbige Taube mit weißen Halsring und Schimmel in den Schwingen
Karabozali=ähnlich Karanfil aber zusätzlich weißer Bauch
Ses=Rieselköpfe
Kaplan=Tigerschecken
Edremit=Bart, Schwanz und Nacken farbig

Hermann Wolf: Bärtchen (schwarz, blau, ein rotes hatte ich mal, aus meinen schwarzen gefallen) Farbenköpfe, (Schwarz, blau, rot, gelb ein blaufahles Weibchen habe ich auch) Weißköpfe (schwarz, blau, rot, gelb) Rieselkopf (schwarz) Tiger, was aber meist Schecken sind, nicht zu verwechseln mit den anderen Schecken: Tiger (schwarz, blau, rot, gelb) Weiß mit farbiger Schwanzmitte (schwarz, blau,) Bärtchen mit zusätzlichen Nackenfleck (schwarz) Weiße mit farbigen Schwanz und Schnippe (rot) und natürlich schwarze, weiße, blaue, gelbe und rote farbige mit weißen Halsring, und zusätzlich weißer Brust (schwarz, blau, rot, gelb)

Hans Ganz: Ich kenne alle Farb-Flugvarianten.

Jens Nielsen: Es gibt viele verschiedene Linien, die sich nicht nur durch ihre Farben und Flugstile unterscheiden, sondern auch äußerlich sehen sie doch oft recht unterschiedlich aus. Einige Linien sind recht zart in der Figur, andere recht kräftig mit starken längerem Schnabel. Auch sind einige Linien im Stand höher und im Schwanz sehr breit. Fliegerisch können sie aber alle begeistern.

Oliver Moser: kennen viele, nur weiß man ja nie, ob sie auch rein gehalten werden?

Fredi Liebgott: Ich kenne nur die Farbvarianten aus dem Internet, live habe ich noch keine Rassenreinen Varianten fliegen gesehen.


4.Wieviel  Kelebek Varianten haben sie schon ausprobiert?

Franco Visonà: 7

Th.+P. Schmitz: 5

Ersin Zenginer: alle

Veit Träger: ca. 5

Rudolf Weiss: Verschiedene Linien; geblieben sind nur die von Duran Gallip

Salih Eser: Ich habe schon 3 Varianten ausprobiert (Karabas, Kaplan, Akbas)

Matthias Tost: An Varianten habe ich momentan noch Arap, Karabas, Mavibasch, Karanfil und Edremit.

Hermann Wolf: Bärtchen und mit Nackenfleck oder farbigen Schwanzmitte (fällt alles aus meinen Bärtchen) Farbenköpfe: schwarz, blau, rot, gelb, Rieselköpfe, Tiger: schwarz, Farbige mit weißen Halsring, und zusätzlich weißer Brust: schwarz, blau, neuerdings Weißköpfe in blau von Franco Visonà

Hans Ganz: 4

Jens Nielsen: Ich hatte das Glück mit drei sehr guten Zuchtpaaren anzufangen. Diese Kelebek haben damals zum Teil zwar nicht sehr viel gedreht, dafür waren sie aber sehr schnell im Flug mit ständigen kurzen Wendungen. Sie haben am Himmel sehr gut zusammen gespielt, und blitzschnell sofort auf die Dropper reagiert. Dabei sind sie dann herrlich in großen Spiralen herabgestürzt.

Im ersten Jahr habe ich leider doch recht viele Verluste an Kelebek gehabt. Zum einen durch Greifvögel, und zum anderen sind mir einige komplette Flugstiche von fünf und mehr Tauben auf einen Schlag verloren gegangen.

Ich habe mir dann nochmals Kelebek aus der gleichen  Blutlinie besorgt, und noch einige Tauben einer anderen Linie. Diese Kelebek waren überwiegend in rot, rotfahl und silbergrau. Anfangs, als Jungtiere sind sie im fast gleichen Stil geflogen, wie meine ersten  Kelebek. Nach einigen Wochen haben sie jedoch angefangen recht stark und sehr eng zu drehen. Sie sind dann manchmal aus sehr großer  Höhe, mit angezogenen Flügeln ganz eng drehend 100 Meter und mehr, herabgestürzt. Leider sind ihnen dann die restlichen Kelebek im Sturz gefolgt und der Flug aller meiner Tauben war beendet.

Noch im ersten Jahr mit meinen Kelebek, konnte ich ein Paar erwerben, das  ich lange Zeit unterschätzt habe. Der Täuber war Weiß mit einem Silberschwanz und einem schönen roten Nackenfleck. Die Taube war einfarbig weiß. Es waren wirklich sehr schöne Tauben, ein wenig nervös, aber eben sehr zuverlässig. Mit meinen anderen Kelebek gestartet, sind die beiden sehr schnell und sehr hoch aufgestiegen, und nicht mehr gesehen. Ich  habe  dann nach 10 bis 15 Minuten gedroppt. Bis auf diese beiden Tauben waren alle Kelebek schön herabgestürzt. Den Täuber konnte ich manchmal in sehr großer Höhe ausmachen. Er hat dort lange alleine seine Kreise gezogen. Nach einer halben Stunde oder auch länger ist er dann plötzlich drehend runter gesaust. Bei der Täubin bin ich anfangs davon ausgegangen das sie woanders schon längst gelandet ist. Denn auch sie ist, nach einer halben Stunde, plötzlich wieder am Schlag aufgetaucht. Aber auch sie ist bis in unsichtbarer Höhe aufgestiegen. Beide Kelebek haben aber sehr gut eng gedreht, nicht sehr tief, aber sehr schnell auch im Wechsel von rechts nach links drehend. Der Sturz dieser Tauben ist rasend schnell mit ausgestreckten Flügel in großen Drehungen ausgeführt worden. Und das Beste an dem Paar: Alle Jungen davon sind auch Spitze! Und ich finde sie sehen auch noch wunderschön aus: Meistens sind sie Weiß mit rotem Nackenfleck und einem leichten Silberschwanz.

Aus diesen drei Linien, habe ich dann meine heutigen Kelebek gezogen. Ich habe natürlich immer mal wieder Kelebek aus anderen Linien ausprobiert, bin aber bis heute, bei meiner jetzigen Linie geblieben.

Mir persönlich gefallen Kelebek die drehend nach unten „Spielen“ besser, als die immer wieder so hoch gelobten Axial-Dreher.

Oliver Moser: Ich habe 2 Varianten: Edremit und Balikesier

Fredi Liebgott: 2009 die Edremit von Jens Nielsen, dieses Jahr habe ich von mehreren Züchtern/ Rassen und Mischlinge gezüchtet und geflogen. Aber ich glaube es ist besser, wenn man rasserein züchtet und fliegt.(Wenn man rassereine Kelebek bekommt?)


5.Haben sie Axial-Dreher?

Franco Visonà: Ja, ist in jedem Blut drin

Th.+P. Schmitz: fast jeder Kelebek dreht Axial! Stämme, die hauptsächlich auf Axialdrehen hin selektiert werden, lehnen wir ab!

Ersin Zenginer: Ja, ich habe Axial-Dreher

Veit Träger: Ja, ich habe Axial-Dreher

Rudolf Weiss: Ja, ich habe Axial-Dreher

Salih Eser: Ja, waagrecht und senkrecht

Hermann Wolf: wenige, die meisten holt der Geier

Hans Ganz: Ja, ich habe Axial-Dreher

Jens Nielsen: Ja, ich habe Axial-Dreher

Oliver Moser: Ja, ich habe Axial-Dreher

Fredi Liebgott: Ja, nicht viele


6.Was  denken  sie für sich,  was sind die besten Kelebek,  Flugtechnisch gesehen?

Franco Visonà: Kommt darauf an was man als bestes ansieht. Ich will vielfältige Kelebek die alles können!

Th.+P. Schmitz: für uns und aus eigener Erfahrung nur unser eigener Bestand! Edremit-Kelis

Ersin Zenginer: Die Kelebek die mit den Flügeln drehen, Kelebeks aus Izmir Turgutlu

Veit Träger: Akbas im Sturz, Balıkesir/ Telkuyruk spielend

Rudolf Weiss: Axial-Dreher

Salih Eser: Für mich sind das Karabas

Matthias Tost: Welche die Besten sind?, kann ich nicht beantworten, da die Geschmäcker verschieden sind und sich manchmal auch die Prioritäten mit der Zeit bei einem selbst ändern.

Hermann Wolf: Antwort wie bei Punkt 2.

Hans Ganz: die Vielseitigen

Jens Nielsen: Die Frage nach den besten Kelebek, ist nicht leicht zu beantworten. Für mich persönlich, sollten die Kelebek sehr gut im Trupp zusammen „Spielen“. Dabei nicht nur enge Schrauben drehen, sondern sehr vielseitig fliegen. Ständige Richtungswechsel. Fliegen in allen Höhen, auch mal in Punkthöhe. Vor allem sollte der Trupp auch mal zusammen in Schrauben runter drehen, und danach nicht sofort landen, sondern wieder aufsteigen.

Oliver Moser: Die von Hans Ganz haben mir vom Pulkflug am besten gefallen und die Kelebek von Salih Eser aus Köln, das axialdrehen und der engdrehende Sturz.

Fredi Liebgott: die Kelebek, die alle Flugfiguren zeigen und sich in wenigen Minuten auspowern.


7.Mit wie viel Zuchtpaaren Kelebek züchten sie?

Franco Visonà: 20 Paar

Th.+P. Schmitz: im Durchschnitt mit 7 bis 10 Paaren pro Jahr

Ersin Zenginer: 30 Zucht-Paare

Veit Träger: 9 Paar

Rudolf Weiss: Zur Zeit nur noch mit 2 Paar

Salih Eser: 15 Paar

Hermann Wolf: Unterschiedlich, dieses Jahr habe ich wenig nachgezogen ich wollte erst mal sehen, ob meine besser mit den Greif klarkommen? (ich hab schon oft an Aufgabe gedacht) Mir macht es keinen Spaß meine Tauben an den Ausgewilderten Wanderfalken zu füttern!!

Hans Ganz: 14 Zucht-Paare

Jens Nielsen: Sechs bis zehn Paare gehen bei mir in den Zuchtschlag. Diese Kelebek sind dann nicht mehr im Flugbetrieb. Es ist immer sehr ärgerlich gute Zuchttiere während der Brutzeit zu verlieren. Da die Kelebek sehr gut züchten, und von einem Paar leicht sechs bis acht Junge aufgezogen werden können, fallen in einem Zuchtjahr reichlich Junge an.

Oliver Moser: 2010: 5 Paar — 2011 hoffentlich 10 Paar

Fredi Liebgott: 15 Paar


8.Wie viel Junge züchten sie für sich in einem Jahr?

Franco Visonà: 100 Jungtiere

Th.+P. Schmitz: wenn es gut läuft, ca.30 Junge pro Jahr

Ersin Zenginer: 100 Jungtiere

Veit Träger: kommt darauf an, wie viele die Greifvögel vom letzten Jahr übrig gelassen haben, in diesem Jahr waren es ca. 26 Jungen.

Rudolf Weiss: 10 Junge

Salih Eser: Ich züchte mindestens 40-50 Junge

Hermann Wolf: Wenn die Ställe voll sind reicht es, zum verkaufen ziehe ich keine Tauben, extra!

Hans Ganz: 30-40 Junge

Oliver Moser: So viele wie kommen und Platz da ist.

Fredi Liebgott: So viel es geht.


9.Worauf legen sie bei der Zucht großen Wert?

Franco Visonà: Stabile Flugfiguren, keine Extreme, Farbe

TH.+P. Schmitz: hauptsächlich auf Vitalität der Zuchttiere

Ersin Zenginer: Auf Sauberkeit, sauberes, gutes Futter der Futtertrog sollte immer gefüllt sein! Das ist sehr wichtig!

Veit Träger: frohwüchsige und gut entwickelte Jungtiere, gut fütternde Alttauben

Rudolf Weiss: Kleine Tiere

Salih Eser: Ich gebe auf die Farben den Wert

Matthias Tost: Wichtig ist für mich, dass die Paare ihre Jungen vernünftig großziehen, wenn man ihnen das passende Futter gibt, also man sie selber nicht unnötig durcheinander bringt.

Hermann Wolf: Vitalität

Hans Ganz: die Vielfalt

Jens Nielsen: Bei der Zucht lege ich natürlich großen Wert darauf, dass alle Jungtiere vital und gesund sind. Nur Kelebek die sich in der Flugsaison ausgezeichnet haben, gehen bei mir in die Zucht. Ich züchte alle meine Tauben in Linienzucht. Dabei mache ich mit den Tauben auch sehr enge Inzucht. Dabei verpaare ich immer den Vater mit seiner besten Tochter, und das gleiche mit den Weibchen und dem Sohn. Auch junge aus diesem Paar setze ich wieder an die Eltern. So werden dann die guten Erbanlagen immer mehr verbessert bzw. in den Linien gefestigt. Anschließend werden die einzelnen Linien miteinander kombiniert. Hier fallen dann mit etwas Glück Tauben, die die gewünschten Erbanlagen aus beiden Linien vereinen.

Als ich mit der Zucht und dem Fliegen meiner Kelebek begann, habe ich die Tauben noch als reine Sturzflieger geflogen. Das heißt ich habe die Tauben gestartet und dann schon nach ungefähr 10 Minuten wieder gedroppt. Es war natürlich schön anzusehen, wenn die Tauben sofort nach dem setzen der Dropper herabgestürzt und auf dem Boden vor dem Schlag gelandet sind. Das reagieren auf die Locktauben am Boden steckt ihnen im Blut und man braucht es ihnen nicht wie bei anderen Rassen anzutrainieren.

Oliver Moser: Axialdrehen und engen Sturz

Fredi Liebgott: auf gesunde Eltern, und gesunde Jungen. Die Jungen, die im Nest nicht normal wachsen, kommen sofort weg.


10.Die Kelebek die fast täglich fliegen dürfen, was für Futter bekommen die?

Franco Visonà: Grobes Mischfutter mit 50% Gerste

Th.+P. Schmitz: Hühnerfutter! (ca. 80%-Weizen, ca.10%-Gerste, ca.10% Bruchmais)

Ersin Zenginer: Weizen, Milo, türkische Wicken, Gerste, Hafer, ab und zu eine Prise Hanf.
Veit Träger: Diätfutter für Brieftauben

Rudolf Weiss: Egal was, Hauptsache wenig. Je knapper desto besserer
Flugstil und bessere Kontrolle!

Salih Eser: Sie kriegen von mir normales Taubenfutter (Mariman vier Jahresfutter)

Matthias Tost: Ich hatte gerade in der Zucht einige Probleme, die bei mir wohl durch falsches Futter ausgelöst wurden. Inzwischen füttere ich ihnen nur noch Weizen mit etwas Milo und Gerste. Mit diesem Futter kann ich sie inzwischen auch fliegen.

Hermann Wolf: hab dieses Jahr viel ausprobiert, habe meine Mischung noch nicht gefunden (Weizen, Gerste, Erbsen, Mais, Sonnenblumenkerne, Raps)

Hans Ganz: 60 Prozent Gerste, 40 Prozent Mischfutter

Jens Nielsen: Ich füttere meine Tauben mit einem guten Mischfutter für Rassetauben, die Menge wird aber abgemessen.

Oliver Moser: Gerste, Weizen, Mais

Fredi Liebgott: 1/3 Gerste 1/3 Weizen 1/3 Mischfutter von Ovator RTA für 14,- plus eine Prise Sämereien und eine Prise Hanf


11. Des Öfteren hört man von Kelebek die abdrehen, sich verfliegen. Was meinen sie hat das mit der Futtermenge etwas zu tun? Also nicht die Qualität des Futters sondern die Menge/ Grammzahl? Messen/wiegen sie die Futtermenge ihrer Kelebek genau ab?

Franco Fisonà: Ich messe das Futter ab, ca. 20 gr. pro Flugtier. Einmal die Woche kriegen die Flieger voll satt gefüttert. Ich glaube, wenn man die Tiere zu lange in einer Hochform halten will, geht der Schuss nach hinten los. Wenn es kühler wird brauchen sie eh etwas mehr. Darum mache ich es so. Abdreher habe ich nur vor Gewitter und bei starkem Wind oder Schneesturm erlebt.

Rudolf Weiss: Knapp halten ist unbedingt wichtig! Man sollte die Tauben nach 10 Min. droppen können. Lieber ein paar Mal fliegen. Insgesamt auch nicht zu häufig fliegen- nicht jeden Tag.
Man kann ja abwechseln. Ich nehme immer 3 bis 5 raus und immer wieder andere. Je mehr Futter und je mehr Muskeln du aufbaust, desto länger fliegen sie. Wenn sie dann mal hoch sind kommen sie in einen Spielrausch und vergessen alles. Vor allem Axialdreher – die hat man ruck zuck verloren!

Veit Träger: Ich hatte dieses Problem bisher nicht, habe lediglich einmal drei Kelis verloren. Die sind allerdings bei Regen in tiefhängende Wolken gekommen. War mein eigener Fehler. Habe schon ein bisschen mit der Futtermenge experimentiert, aber selbst wenn sie satt gefüttert wurden und das über mehrere Tage, sind sie nicht abgedreht. Sie flogen lediglich länger.

Matthias Tost: Die Futtermenge wird bei mir nicht genau abgewogen, aber ich habe verschieden große Futterdosen, welche ich mit dem Futter gewogen habe und so schon ziemlich genau weiß, wie viel Futter sie bekommen haben. Mit abdrehen hatte ich bisher keine Probleme, ich habe zwar auch Tiere beim einfliegen verloren aber ansonsten ist mir noch kein Kelebek abgehauen.

Hermann Wolf: Zur Futtermenge: Ich habe es mit Abwiegen (ca. 20g), und satt füttern und bis die ersten Tauben saufen, probiert.
Am besten hat das letzte funktioniert. Der Bedarf den die Tauben haben, ist unterschiedlich ( Jahreszeit, Temperatur und Flugleistung) Deshalb stumpf, eine bestimmte Menge geben ist nicht gut, so meine Beobachtung.
Fütter ich satt, dann dauert es lange bis kein Futter mehr im Kropf ist und
man fliegen kann. Bei den 5 sichtbar geschlagenen Tauben hatten 3 davon noch ein bisschen Futter im Kropf.
Vor jedem Flug nehme ich 1 bis 2 Tauben in die Hand und überprüfe ob noch Futter im Kropf drin ist.

Hans Ganz: Futter wiegen: auch der Kelebek soll knapp gehalten werden ein Eierbecher Futter pro Tag, genügt

Jens Nielsen: Die Leistung meiner Kelebek beeinflusse ich nur durch  die Menge an Futter, die ich den Tauben gebe. Einfach gesagt: Hungrig aufgelassen, reagieren sie sofort auf die Dropper und stürzen sehr schnell, wobei sie dann auch nicht so hoch aufsteigen, immer in Erwartung des Droppens und den Erhalt einiger Körner.

Werden die Kelebek aufgelassen und sind nicht hungrig, fliegen sie oftmals bei mir länger und auch viel höher. Habe ich meine Kelebek am Tag zuvor Abends zu viel gefüttert, stehe ich am nächsten Tag vergebens vor der geöffneten Schlagtür, und versuche die Tauben nach draußen zu rufen. Sie haben dann einfach kein Bock aufs fliegen und bleiben lieber träge im Schlag! Grins J:)

Oliver Moser: Mir sind noch keine abgedreht, denke aber das es nicht am Futter liegt, sondern einfach das sie weggetrieben werden und nicht mehr zurück finden. Habe Becher, die immer für 5 oder 2 Tauben sind. Mit diesem abmessen, hab ich meiner Meinung nach, eine gleichmäßige Leistung. Nur mit gleichmäßigen Futter kommt eine gleichmäßige Leistung Zustande.

Fredi Liebgott: Ich habe in letzter Zeit einige junge, gute Kelebek verloren, die schon viele Wochen geflogen sind. Futter: Ich gebe pro Taube ein Esslöffel Futter, wie vor beschrieben. Füttere ich mehr, entfernen sie sich zu weit vom Schlag, davon habe ich ja dann nichts? Füttere ich weniger, fressen sie gierig Erde oder ich bring sie nicht hoch! Und dennoch ist es mir ein Rätsel? Denn jedes Mal fliegen mehrere Stiche, in die gleiche Richtung nach dem Auflas. Obwohl die anderen Stiche die vorhergehenden nicht fliegen sehen können. Beim Eingewöhnen der Jungen, lass ich mir viel Zeit. Ihre Umgebung kennen sie ja alle sehr gut. Und dennoch kommen keine zurück.


12.Beeinflussen sie ihre Kelebek mit Zusatzstoffen oder  Futter?

Franco Visonà: Nein

Th.+P. Schmitz: wenn höhere Leistungen(Zucht, Flug..) verlangt werden, gibt`s bis zu 10% Erbsen zur Tagesration! Ansonsten noch Nebenprodukte zur allgemeinen Gesunderhaltung (Grit, BT-Hefe….)

Ersin Zenginer: Brauchen meine Kelebek nicht, ich habe gutes Ausgangsmaterial und meine Tauben sind gesund und es wird auch mal Witwerschaft betrieben, um sie manchmal in Höchstform zu bringen.

Veit Träger: Nein

Rudolf Weiss: Unnötig

Salih Eser: Nein

Hermann Wolf: Hab ich schon gemacht, aber brachte nicht den gewünschten Erfolg (Zusatzstoffe) Futter siehe 10

Hans Ganz: Nein

Oliver Moser: Nein

Fredi Liebgott: Ja, ein Mal die Woche gibt’s Vitamine: abwechselnd Vitacombex BT oder LKS Zuchtergänzung von Töllner und einmal die Woche Tee, und ab und an Knoblauch-Zwiebelgemisch.


13.Machen sie mit guten Kelebek auch mal Inzucht, also Vater mal Tochter und Umgekehrt?

Franco Visonà: Ich mache eine breite Verwandtschaftszucht. Bei jedem Kelebektyp sind alle Tiere untereinander verwandt. Das ist wichtig, um stabil vererbende Nachzucht im Flug zu kriegen. Ich mache keine zu engen Bruten (z.B. Vater/ Tochter), weil Sich die Drehfiguren bei zu enger Inzucht extrem vererben können.

TH.+P. Schmitz: wir suchen andauernd nach Blutauffrischung für unseren Stamm, finden nur nichts Passendes!

Veit Träger: Nein

Rudolf Weiss: Immer wieder

Salih Eser: Nein, das mach ich nicht, ich bin gegen Inzucht

Matthias Tost: Unter Umständen würde ich auch Inzucht machen, um z.B. eine besondere Eigenschaft oder eine besonders saubere Zeichnung weiter zu verfestigen. Ansonsten ziehe ich mit allem, was da ist und auch möglichst viele Junge.

Hermann Wolf: ja

Hans Ganz: Inzucht, manchmal Ja

Jens Nielsen: Ich züchte alle meine Tauben in Linienzucht. Dabei mache ich mit den Tauben auch sehr enge Inzucht. Dabei verpaare ich immer den Vater mit seiner besten Tochter, und das gleiche mit den Weibchen und dem Sohn. Auch junge aus diesem Paar setze ich wieder an die Eltern. So werden dann die guten Erbanlagen immer mehr verbessert bzw. in den Linien gefestigt. Anschließend werden die einzelnen Linien miteinander kombiniert. Hier fallen dann mit etwas Glück Tauben, die die gewünschten Erbanlagen aus beiden Linien vereinen.

Oliver Moser: Ja

Fredi Liebgott: Machte ich bisher noch nicht, werde ich aber machen, wenn ich mal gute Kelebek habe, um die guten Eigenschaften zu festigen.


14.Was ist ihr Zuchtziel?

Franco Visonà: Spaß an dem zu haben, was ich gut finde!

TH.+P. Schmitz: die Arterhaltung einer seltenen Rasse, einen gleichmäßig vitalen und leistungsstarken Bestand.

Ersin Zenginer: die Ziele enden nie, man will immer wieder was neues ausprobieren.


Veit Träger: gut spielende Kelebek, die häufig enges Drehen zeigen, sowohl horizontal als auch vertikal, aber auch die anderen rassetypischen Flugfiguren.

Rudolf Weiss: Kleine quirlige Tauben, die problemlos fliegen und zu managen sind.

Salih Eser: Ich habe mein Ziel fast erreicht, ich möchte nur noch gute Telkuyruk anschaffen.

Matthias Tost: Das Zuchtziel, was sich bei mir langsam immer mehr raus kristallisiert ist so, dass ich einen schönen Schmetterlingsflug sehen will mit reichlichen Drehstürzen und nicht mehr so sehr das horizontale drehen, da sie sich dann doch sehr stark verteilen und ich so das Flugbild des gesamten Stiches nicht mehr genießen kann.

Hans Ganz: gut fliegende Kelebek, abwechslungsreicher Flugreichtum.

Jens Nielsen: Heute ist mir das „Spiel“ meiner Kelebek wichtiger. Es ist einfach schön anzusehen, wenn die Kelebek am Himmel wie ein Mückenschwarm fliegen. Ständiger Richtungswechsel, kurze Drehungen, laufendes  hin und her und rauf und runter in einem rasanten Tempo. Ich fliege meine Kelebek immer so mit acht bis zwölf Tiere. Die Tauben sollten dann ständig wie eine Traube zusammen bleiben, natürlich nicht im Stich fliegen, sondern jede Taube fliegt für sich allein, aber alle im Trupp. Natürlich sollten die Kelebek, dann nach dem Spiel ihren Flug mit einen Drehflugsturz beenden. Am schönsten finde ich aber, wenn meine Kelebek nach dem Start, sich so langsam „Spielend“ immer höher schrauben, und dann so langsam in unsichtbarer Höhe verschwinden. Bei mir steigt dann immer der Adrenalinspiegel langsam an. Die von mir gesetzten Dropper am Boden werden natürlich von den Kelebek am Himmel nicht mehr gesehen. Ich lasse dann den Himmel über dem Schlag nicht mehr aus den Augen. Das Gefühl ist immer wieder unbeschreiblich, wenn dann plötzlich, wie aus dem nichts heraus, der erste Kelebek mit ausgestreckten Flügeln in großen Drehungen herunter saust, ihm folgend danach die anderen Tauben, und dann am Schlag blitzschnell landen.

Dieses begeistert mich immer wieder aufs neue.

Oliver Moser: der enge Pulkflug, Axialdrehen und enger Sturz

Fredi Liebgott: Mein Zuchtziel ist ein Kelebek, der Solo und im Stich fliegen kann. Er muss beim Aufstieg schon zeigen, dass er Lust hat zu fliegen. Dann richtig am Himmel Power zeigen, alles was es an Flugfiguren gibt. Der abschließende Sturz, sollten richtig schöne Spiralen sein, sodass die Luft rauscht, wie bei einem Wammensturz.


15.Was halten sie von der aktuellen WO?

Franco Visonà: Die aktuelle WO ist nicht schlecht. Die Meterangaben sind sehr waage zu bewerten. Mein Vorschlag ist sicher genauer. Man muss aber als WR schon etwas hinschauen, dass man sieht was die Tiere leisten. Übung macht den Meister!

Th.+P. Schmitz: deutsche Züchter versuchen immer alles in eine Norm zu zwingen. Das ist mit Keli`s nicht gut möglich, da alleine der Flugstil unerreichbar vielfältig und unterschiedlich ist!

Ersin Zenginer: kein Kommentar

Veit Träger: die finde ich nicht so gut. Sie fördert vor allem das horizontale Drehen, was aber nicht Eigenschaft jeder Kelebek-Linie ist. Dadurch werden Linien in denen anderes, wie zum Beispiel der Sturz, an erster Stelle steht, kaputt gemacht. Außerdem finde ich sie schwer umsetzbar.

Rudolf Weiss: Ist für mich uninteressant. Ich freue mich am Spiel der Tiere

Matthias Tost: Die Flugberichte des DFC kenne ich nicht und kann deswegen nichts dazu sagen. Im DHC haben wir bisher noch keine WO für die Kelebek, aber nachdem ich schon mit unserem Sturzflugwart gesprochen habe über den Vorschlag für eine WO von Franco Visonà, könnte diese auch im DHC eingeführt werden. Diesen Vorschlag finde ich eigentlich recht gut, weil er auch umzusetzen ist.

Hermann Wolf: liegt mir momentan nicht vor, aber was ich noch in Erinnerung habe, kann ich nur sagen, wer soll das Bewerten??? das trau ich den meisten Flugrichtern nicht zu, also wird es immer eine große Ungerechtigkeit geben, bei der Bewertung.

5 Tauben fliegen sind SCHROTT

Hans Ganz: halte ich nichts von!

Jens Nielsen: Ich muss gestehen, dass ich mich mit der WO noch nicht näher beschäftigt habe. Ich möchte dass meine Kelebek so fliegen, wie es mir Spaß macht, und nicht anfangen sie nach den Regeln einer WO zu trainieren.

Ich hoffe das unsere schönen Kelebek niemals einen Schönheitsstandard erhalten um dann als Ausstellungstaube auf den Schauen gezeigt zu  werden. Dafür gibt es genug andere Rassen. Ich denke das dann ihre großartige Flugeigenschaft verloren geht.

Ich selber versuche schöne Kelebek zu züchten, ob der Nackenfleck dabei präzise sitzt oder der Schwanz aus drei Weißen Federn und elf silbernen besteht sollte doch wohl egal sein. Hauptsache sie bleiben was sie sind.

Oliver Moser: Kann ich als Rassen-Neuling noch nicht recht sagen, würde aber das mit dem Sturz 2000 m anders machen, da es fast nicht zu schätzen ist, was 5 Tauben in 20 Min. gezeigt haben.

Fredi Liebgott: Ich habe in den letzten Jahren festgestellt, dass viele Flugteilnehmer, die aktuelle WO gar nicht kennen, die haben keinen Bock, sie überhaupt zu lesen. Deswegen kann sein, dass es manchmal so unterschiedliche Ergebnisse gibt!


16.Was würden sie an der WO anders machen?

Franco Visona: Ich finde meinen Vorschlag besser.

Th.+P. Schmitz: Francos Visonà`s Ansätze zur Verbesserung der WO ist beachtenswert und sollte von Keli-Züchtern diskutiert werden! (ein Ansatz!)

Ersin Zenginer: Kein Kommentar

Veit Träger: Alle Flugeigenschaften gleichermaßen fördern, so dass der Variantenreiche Flug des Kelebek erhalten bleibt. Außerdem müsste die WO einfacher umsetzbar sein. Francos Visonà Idee für eine WO finde ich z. B. besser anwendbar.

Hermann Wolf: Ich bin der Meinung; das man das Bewerten von Kelebek ganz sein lassen sollte. Sondern es einfach nur genießen, wie sie fliegen und spielen, in einem großen Stich. Diese ganze Bewerterei wird dazu führen das man nur noch Axialdreher hat, falls der Geier sie nicht holt.
Oder was ich eher glaube ist, das man überwiegend nur noch Spiraldreher
sieht,  die hochgehen. Das kann’s nicht sein, der Kelebek kann mehr!
Was ich bisher an OR und Wienern gesehen habe, ist niederschmetternd ich war bei Tögel, Fehrholz, Pelsmaker und was ich bei mir im DHC gesehen habe und die Wiener, lahme Enten.
Die OR und Wiener möchte ich als warnendes Beispiel verstanden haben. Ich möchte niemanden den Pokal oder Auszeichnung madig machen.
Aber Denk doch mal darüber nach, würde Harry Tamsen sagen 😉

Hans Ganz: man sollte den Vorschlag von Franco Visonà einführen.

Oliver Moser: Kann ich als Rassen-Neuling noch nicht recht sagen, würde aber das mit dem Sturz 2000 m anders machen, da es fast nicht zu schätzen ist, was jetzt 5 Tauben in 20 Min. gezeigt haben.

Fredi Liebgott: Meiner Meinung nach, so wie ich es schon geschrieben habe. Entweder im Solo-Flug oder im 3-er Stich. Aber nur für eine Abnahme, wiederhole: nur für eine Abnahme! Ansonsten die Kelebek nur im sehr großen Schwarm genießen und nicht bewerten!


Antworten: Werner Blaak, Veldhausen 12 KM entfernt von Nordhorn

Werner füttert 2 Teil Weizen und ein Teil Taubenfutter, das billigste, im Sommer hat er auch noch einen halben Sack Gerste dazu gefüttert. Verluste kaum. Wie er anfing vor ca. 6 Jahren (( ich hab in überzeugt, dass Kelebek die richtigen Tauben für Ihn sind 😉 ) hat er Mischfutter pur
gefüttert und hat viele Verluste gehabt( war damals bei mir auch so)

Die WO kennt er nicht aber ich habe noch nirgends so gute Kelebek gesehen
( ich war bei Hakki Var und Duran Galip)
Farben hat er: Weißköpfe schwarz, blau, rot, gelb. Tiger schwarz, blau, rot und gelb und noch Schecken. Inzucht macht er auch und setzt starke Dreher aneinander, er hat viele Axialdreher.
Zusatzstoffe selten.


Er liebt auch die Vielfalt.

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