Einige Gedanken zur Paramyxovirose

Einige Gedanken zur Paramyxovirose

Die Paramyxovirose ist eine schlimme Seuche die ich keinem Taubenzüchter je wünsche. Falls man den Virus einschleppt ist es schon zu spät. Impfen ist das einzige Mittel wie man sich gut dagegen schützt. Ich möchte hier einige Erfahrungen darüber schreiben.

Anfänglich bemerkt man stark wässrigen Kot am Boden. Beim ersten Kopfverdreher ist klar: Paramyxovirose! Sofort weg damit. Viele Tiere fallen nach einem Tag rumhocken einfach von der Stange ohne je den Kopf zu verdrehen, zu zittern oder sonst irgendwie aufzufallen. Einige Tiere torkeln wie betrunken am Boden herum bis sie eingehen. Schlimm war es zusehen zu müssen wie dir Beste Tiere tot am Boden liegen und du nichts machen kannst. Intressant ist dass es nicht alle Tiere gleich betrifft:

Mein Zuchtschlag im WinterVerluste im Zuchtschlag:
Misiri Mövchen: 4
Karakuyruk: 0
Altinbas: 1
Mavibaska:12
Gelbe und Rote Akbas: 6
Mavibas: 0
Baska:0 (waren geimpft)
Verluste gesamt: 23 (von 84 Tieren)

Der komplette Bestand an Mavibaska ist weg. Genetisch waren sie am engsten verwandt, weil man in Europa fast keine findet. Bei den Akbas ist die Verwandtschaft auch eher enger, da sind einige Tiere nach leichtem Kopfzittern wieder topfit und man merkt ihnen nicht mehr an dass sie infiziert waren.

Die Karakuyruk werden bei mir seit Jahren mit mehr als 6 Paaren vermehrt, alle sind weit aussen miteinander verwandt (breite Verwandtschaftszucht). Mein Eindruck (subjektiv), zu eng gezüchtete Linien sind in solchen Situationen weniger gut geschützt als andere (Theorie). Wenn ich was züchte werde ich daher in Zukunft pro Linie mit mehr Paaren züchten. Jährliches Impfen ist bei mir nun Pflicht.

Diverse Kontakte mit verschiedenen Züchtern brachten mir die Gewissheit dass ich nicht alleine dastehe mit dem Erlebten. 7 von 10 Züchtern haben das gleiche traurige Übel erlebt. Je mehr Züchter impfen desto mehr dämmt sich diese Seuche ein.

Franco Visonà, Januar 2011

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